Elektronischer Catalogue raisonné Ferdinand Hodler
Geleitwort
Dr. Hans-Jörg Heusser, Direktor SIK-ISEA
Ferdinand Hodler wurde in der Vergangenheit im In- und Ausland vor allem als Schweizer «Nationalmaler» wahrgenommen. In jüngerer Zeit erfährt sein Werk nun eine neue Wertschätzung, die sich auf seine überragende kunsthistorische Bedeutung stützt und seinem internationalen Rang Rechnung trägt. Von dieser neuen Beurteilung zeugen auch Ausstellungen in Den Haag, München, Madrid, Hamburg, Stuttgart, Paris und Budapest. Zu all diesen Ereignissen erschienen Publikationen mit wissenschaftlichen Beiträgen, die das Spektrum der kunstgeschichtlichen Forschung wesentlich erweitert haben. Auch an den Universitäten erwachte ein neues Interesse an Hodler.
Es erstaunt deshalb nicht, dass der Ruf nach einem verlässlichen Referenzwerk, welches das gesamte Schaffen Hodlers dokumentiert, immer lauter wurde. Es freut uns, dass dieses Desiderat nun in Erfüllung geht und wir in der Reihe «OEuvrekataloge Schweizer Künstler» den ersten Band des Catalogue raisonné der Gemälde Ferdinand Hodlers vorlegen können. Er umfasst in zwei Teilbänden sämtliche bekannten Landschaften und Tierstücke. Ihm folgen in drei weiteren Bänden die Bildnisse, die Figurenbilder sowie eine umfassende Biografie mit Dokumenten zu Leben und Werk.
Die in den letzten zehn Jahren gewonnenen Erkenntnisse führten dazu, dass wir Hodlers Werke neu zuweisen konnten, andere jedoch mussten wir ihm abschreiben.
Betrachtet man die Vorgeschichte dieses ambitionierten Grossprojekts, so müsste der Beginn der Arbeiten nicht erst 1998, sondern schon 1951, im Gründungsjahr des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), angesetzt werden. Seit diesem Zeitpunkt wurden kontinuierlich Werke von Ferdinand Hodler inventarisiert und fotografiert, konserviert und restauriert, technologisch untersucht und kunsthistorisch bearbeitet. Unser Institut ist dabei zu einem Kompetenzzentrum der Hodler-Forschung mit interdisziplinärem Ansatz herangewachsen.
Als Direktor ist es mir ein Anliegen, allen, die das anspruchsvolle Forschungsunternehmen durch ihre grosszügigen Spenden möglich gemacht haben, meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ihr Verständnis und ihre Sympathie für unser Projekt und ihre Bereitschaft, uns dabei zu unterstützen, haben mich tief beeindruckt.
Meine Anerkennung und mein ganz besonderer Dank geht an alle meine Kolleginnen und Kollegen, die in jahrelanger unermüdlicher und akribischer Forschung den nun vorliegenden ersten Band erarbeitet und die Grundlagen für die Folgebände geschaffen haben. Zu nennen sind hier in erster Linie die beiden Hauptautoren, Prof. Dr. Oskar Bätschmann und lic. phil. Paul Müller, sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des institutseigenen Hodler-Teams, die auch für die Werkkommentare des Kataloges verantwortlich zeichnen: lic. phil. Regula Bolleter, Dr. Monika Brunner, Dr. Matthias Fischer und Dr. Matthias Oberli. Von grosser Bedeutung für die Abklärung von Werkgenese und Echtheit war zudem die Abteilung Kunsttechnologie unseres Instituts unter der Leitung von dipl. Rest. FH Karoline Beltinger. Ihnen allen und vielen weiteren, die im Dank namentlich genannt sind, danke ich ganz herzlich.