Olesen, Muriel (geb. 1948)
«Basic music (sic)», 1974, 12:40, Farbe, Ton




«Basic music (sic)», 1974, 12:40, Farbe, Ton
In diesem dreiteiligen Band verwendet Muriel Olesen Gesicht, Stimme und Hände als die wesentlichen Mittel, Töne zu erzeugen und bietet sie in lockerer erzählerischer Form als mimisch-gestische Performance für die Videokamera dar.
Im ersten Teil ist nur Olesens Kopf in Nahaufnahme zu sehen und davor ihre Finger mit dazwischengespannten feinen Gummibändern in verschiedenen Farben. Olesen zupft mit den Zähnen eine vorerst nicht erkennbare Melodie und singt dazu jeweils den angeschlagenen Ton. Die sichtlich anstrengende Prozedur endet mit dem Zerbeissen der strapazierten Gummibänder und der mangels «Saiten» gesungenen Melodie von «Frère Jacques». Der zweite, nicht einmal zweiminütige Teil ist die «Animation» eines als Dekor in den Pullover von Olesen gestrickten Hündchens: Zuerst ist nur das leicht bewegte Hündchen in Nahaufnahme zu sehen, begleitet von der ein Bellen imitierenden und halb lachenden Stimme der Künstlerin. Als sich die Kamera etwas entfernt, ist zu sehen, wie Olesen im Rhythmus des Bellens am Pulloversaum zupft. Im dritten und längsten Teil des Bandes wendet sich das Heiter-Ironische ins Abgründige, die Mimik erhält eine dämonische Facette: Die Künstlerin lacht, wenn ihre Hand, erhoben neben dem weiss überblendeten Gesicht, das Zeichen dazu gibt; ist die Hand gesenkt, ist das Lachen wie weggewischt. Nach Kurzem löst die Hand nicht nur das Lachen aus, sondern auch eine horizontale Bewegung der Kamera: Olesens Gesicht wird angeschnitten, es beginnt aus dem Fokus der Kamera teilweise wegzuschwingen. Deutlich zeichnen sich zunehmend Anstrengung und Schmerz auf dem unablässig auflachenden Gesicht mit den unbeteiligten Augen ab.