06.11.2009
Der Kunstmarkt in der Schweiz. Vom 19. Jahrhundert bis heute
Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) veranstaltet zusammen mit der Abteilung für Geschichte der Universität Lausanne ein interdisziplinäres Kolloquium zum Thema «Der Kunstmarkt in der Schweiz. Vom 19. Jahrhundert bis heute». Ziel der Veranstaltung ist es, die Geschichte des Kunstmarktes in der Schweiz vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart zum ersten Mal aufzuarbeiten, die aktuelle Situation zu beleuchten und nach den Perspektiven des Kunstmarktes im Zeitalter der Globalisierung zu fragen. Die Tagung findet am 6. und 7. November 2009 an der Universität Lausanne statt.
Der Kunstmarkt bildet die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Kunst. Er schafft – durch den Marktwert abgesicherte – ästhetische Qualität und ist beteiligt an der Geschmacksbildung bei Sammlern und Institutionen. Für Kunstschaffende ist er zur Hauptinstanz der Anerkennung geworden. In der globalen Wirtschaft wiederum spielt der Kunstmarkt eine nicht unerhebliche Rolle.
In Gang gekommen ist der Handel mit Antiquitäten und Kunstwerken in der Schweiz im 19. Jahrhundert dank Kunstschaffenden, Kunstliebhabern und Institutionen. Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts etliche private Kunstgalerien ihre Pforten geöffnet hatten, erfuhr der Kunstmarkt in der Zwischenkriegszeit eine Phase des Wachstums und der Professionalisierung. Der Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg bekam in den 1970er Jahren zusätzlichen Schub durch die Niederlassungen der beiden marktbeherrschenden Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s sowie die Gründung von Kunstmessen wie der Art Basel. Die Schweiz ist damit eine wichtige Plattform des Kunsthandels geworden und besetzt weltweit den vierten oder fünften Rang, je nach Marktsegmenten. Gegenwärtig stark medialisiert, hat sich der Kunstmarkt internationalisiert und profitiert von den günstigen Rahmenbedingungen auf dem Finanzplatz Schweiz, von der politischen Stabilität, der Neutralität, der Gesetzgebung und dem Steuersystem. Zugleich ist er in hohem Masse abhängig von der wirtschaftlichen Konjunktur. Im Zeitalter der Globalisierung und der Direktverkäufe übers Internet stellt sich auch die Frage nach den Perspektiven des Kunstmarktes.
Per se interdisziplinär ausgerichtet, begünstigt die Tagung Betrachtungsweisen aus benachbarten Disziplinen. Die Referierenden aus den Gebieten Geschichtswissenschaft, Kunst- und Sammlungsgeschichte, Soziologie, Ökonomie sowie schweizerisches und internationales Recht, präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse und vermitteln so zugleich einen historischen Überblick zur Fragestellung und eine Bestandesaufnahme des Kunsthandels Anfang des
21. Jahrhunderts.
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Veranstaltungsort und Anmeldung
Freitag, 6 November 2009: Université de Lausanne, Grange de Dorigny, foyer,
CH–1015 Lausanne
Samstag, 7 November 2009: Université de Lausanne, Anthropole, auditoire 2064,
CH–1015 Lausanne
Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich an bis 23. Oktober 2009 per Post mit beiliegender Antwortkarte, per E-Mail isea@sik-isea.ch, oder per Fax +41 21 692 30 95.
Kontakt für weitere Informationen
Sandra Ruff, Leiterin Kommunikation, SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32, Postfach 1124,
CH–8032 Zürich. T +41 44 388 51 36, sandra.ruff@sik-isea.ch