22.10.2009
Avantgarden im Fokus der Kunstkritik.
Eine Hommage an Carola Giedion-Welcker (1893–1979)
Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) veranstaltet in Zusammenarbeit mit Dr. Iris Bruderer, Verfasserin der 2008 erschienenen umfassenden Monografie zu Carola Giedion-Welcker, ein interdisziplinäres Symposium zum Thema «Avantgarden im Fokus der Kunstkritik. Eine Hommage an Carola Giedion-Welcker (1893–1979)». Die Tagung findet am 22. und 23. Oktober 2009 am Zürcher Sitz von SIK-ISEA statt.
«Avantgarde», so schillernd und problematisch der Terminus im Lauf seiner Konjunkturen in unterschiedlichen Feldern seit Mitte des 19. Jahrhunderts und durch kritische Revision geworden ist, verweist im – utopisch grundierten – Kern auf Innovation, auf Zukunft und dynamische Bewegung. Avantgarde ist in der Regel die Sache von Eliten, die durch radikale Kritik an den tradierten kulturellen Werten, am überkommenen ästhetischen Konsens und durch Provokation auf sich aufmerksam zu machen und zeitgenössische Kunstproduktion und antibürgerliche Lebenspraxis in ein neues Verhältnis zu bringen suchen. Darin wird ein grundsätzliches Dilemma greifbar: Avantgarde ist per se unpopulär, sie entzieht sich dem Verständnis der Massen. Will sie sich durchsetzen, das mit Agitation und Selbstorganisation, mit Manifesten und Allianzenbildung gewonnene symbolische Kapital in ökonomischen Erfolg ummünzen, ist sie angewiesen auf Verbündete. Im Zeitalter der historischen Avantgarde war vor allem die Kunstkritik Schauplatz der Auseinandersetzungen um Definitionsmacht.
Auch Carola Giedion- Welcker (1893–1979), die, in Zürich ansässig, als Kunsthistorikerin sowie als Kunst- und Literaturkritikerin ins internationale Netzwerk der Moderne eingebunden war, hat in diesem Spannungsfeld Position bezogen. Die Tagung will das Wirken dieser prominenten Persönlichkeit des Kulturbetriebs ihrer Zeit in kunst- und geistesgeschichtliche Kontexte rücken mit dem Ziel, die Bedeutung Carola Giedion- Welckers und, allgemeiner, die Funktion der Kunstkritik im europäischen und transatlantischen Kulturaustausch neu zu diskutieren. Von Interesse sind dabei Denkfiguren des intellektuellen Diskurses ebenso wie Protagonisten und Prozesse der schweizerischen und internationalen Vermittlung zeitgenössischer Kunst oder die dichterische Avantgarde, mit der sich die sprachlich ambitionierte Kritikerin eingehend beschäftigt hat.
Programm öffnen (PDF 0.3MB)
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Veranstaltungsort und Anmeldung
Das Symposium findet am 22. und 23. Oktober bei SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32 (Nähe Kreuzplatz), CH–8032 Zürich, statt.
Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich an bis 12. Oktober 2009 per Post mit beiliegender Antwortkarte, per E-Mail sik@sik-isea.ch, oder per Fax +41 44 381 52 50.
Kontakt für weitere Informationen
Sandra Ruff, Leiterin Kommunikation, SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32, Postfach 1124,
CH–8032 Zürich. T +41 44 388 51 36,
sandra.ruff@sik-isea.ch