23.10.2012
Zankapfel Kunst
Interdisziplinäre Tagung zum Thema
«Konflikt, Streit, Dissens: Störfall Kunst»

Proteste vor der Skulptur 2 Beton-Cadillacs
in Form der nackten Maja von Wolf Vostell,
Rathenauplatz, Berlin 1987
(Landesbildstelle Berlin)
Fälschungsskandale, Händel aufgrund von Ansprüchen der Denkmalpflege, Konkurrenz-kämpfe unter Kunstschaffenden oder der Streit um die Freiheit der Kunst geraten immer wieder in die Schlagzeilen. Daran lassen sich nicht nur Interessenkonflikte zwischen Kunstbetrieb und Politik, Gesellschaft und Markt ablesen, sondern es zeigt sich auch, dass Kunstbelange von der Öffentlichkeit stark beachtet werden. Den Zündstoff im Verhältnis von Kunst und Gesellschaft will die Tagung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.
Wenn Kunst, Architektur oder Denkmalpflege in breiten Kreisen von sich reden machen, dann häufig mit Konflikten, ob innerhalb des Kunstbetriebs oder in dessen Verhältnis zu Politik, Gesellschaft und Markt. So entzünden sich immer wieder heftige Debatten um die Freiheit der Kunst an Verstössen gegen die ästhetischen und moralischen Vorstellungen der Gesellschaft oder gegen die Interessen des Marktes. Fälschungsskandale machen Kunst zur oft kolportierten Gerichtssache, Kunstschaffende selbst konkurrieren mit Strategien der Provokation um öffentliche Aufmerksamkeit und Absatzmöglichkeiten. Zank um denkmalpflegerische Forderungen oder der Wettbewerb von Institutionen und wissenschaftlichen Disziplinen um Fördergelder bringen schliesslich die Ansprüche der Politik ins Spiel.
Diese Reibung zeigt freilich, dass Kunst für die Gesellschaft von Bedeutung ist und dass sich beide Seiten nach wie vor im Dialog befinden. Kunsthistorische Konfliktforschung bedeutet also, nach der Rolle und dem Stellenwert der Kunst in der Gesellschaft zu fragen. Das unternimmt die Tagung in drei Sektionen: Zuerst geht es um Kontroversen im Bereich der Denkmalpflege, danach befasst sich ein Panel exemplarisch mit künstlerischer Produktion im Spannungsfeld von Politik und Gesellschaft. Die abschliessende Sektion widmet sich dem Konflikt als künstlerischer Strategie.
Zum Auftakt spricht der Publizistikwissenschaftler Kurt Imhof, dann präsentieren Referierende aus der Schweiz, aus Deutschland und den USA ihre Forschungen zum Thema.
Durchgeführt wird die Tagung von der Vereinigung der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker in der Schweiz (VKKS) in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA). Sie findet am 8. und 9. November 2012 bei SIK-ISEA in Zürich statt.
Das Programm finden Sie auf www.sik-isea.ch (Veranstaltungen)
Tagungsort und Anmeldung
Donnerstag und Freitag, 8. und 9. November 2012: SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32 (Nähe Kreuzplatz), CH–8032 Zürich
Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich bis am 26. Oktober 2012 an: per E-Mail an monika.krebser@sik-isea.ch. Aufgrund der beschränkten Platzzahl werden die Anmeldungen in der Reihenfolge Ihres Eintreffens berücksichtigt.
Kontakt für weitere Informationen
Sandra Ruff, Leiterin Kommunikation, SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32, Postfach 1124, CH-8032 Zürich, www.sik-isea.ch, sandra.ruff@sik-isea.ch,
T +41 44 388 51 36
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