Virtuelle Vitrine

Nachlass Augusto Giacometti

Die Schriften von Augusto Giacometti (1877–1947) kommen Mitte der 1960er Jahre durch eine Schenkung aus dem Nachlass des Kunsthistorikers Erwin Poeschel zu SIK-ISEA. Der Nachlass umfasst Tagebücher, Skizzenbücher, Manuskripte und Typoskripte von Reden, Vorträgen sowie autobiografischen Schriften des Künstlers.

Porträtfotografie von Augusto Giacometti, undatiert (Fotograf/-in unbekannt)

Studie für »Das Kreisen der Planeten«, um 1907

Notiz zu den Farbfeldern mit ondulierten Konturen [Skizzenheft], um 1927

Skizze zu Kirchenfenstern [Skizzenheft], um 1920

Skizze zu einer blauen Draperie [Skizzenheft], um 1925

Skizze »Cercle cromatique« [Skizzenbuch], um 1897

Farbstudie [Bei den nackten Teilen und bei den Draperien immer diese drei Töne.], undatiert

Die Schriften von Augusto Giacometti (1877–1947), einem der profiliertesten Exponenten des Jugendstils und des Symbolismus in der Schweiz, sind 1966 durch eine Schenkung aus dem Nachlass des Kunsthistorikers Erwin Poeschel ans Nachlassarchiv gelangt. Der Nachlass umfasst Tagebücher, Skizzenbücher, Manuskripte und Typoskripte von Reden, Vorträgen und von autobiografischen Schriften des Künstlers. Ausserdem finden sich Briefe, Werkfotografien, Sonderdrucke, Kopien von Werkverzeichnissen sowie vom Künstler gesammelte Presseartikel in den reichen Nachlassbeständen.

Besonders aufschlussreich sind 38 Skizzenbücher, die zwischen 1894 und 1947 entstanden sind und die die künstlerische Entwicklung von der Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Zürich (1894–1897) über das Studium bei Eugène Grasset in Paris (1897–1901) hin zur Etablierung als Fresken- und Glasmaler und als freischaffender Künstler von internationalem Rang dokumentieren. Hervorzuheben sind auch vier Tagebücher aus den Jahren 1932–1937 sowie die ausführliche Korrespondenz Giacomettis mit seiner Mutter Martha von 1904–1927, an denen sich die biografischen Stationen mit Wohnsitz in Florenz und Zürich sowie häufige Reisen ins Ausland nachvollziehen lassen.

Augusto Giacometti hat zu Beginn der 1940er-Jahre in zwei Bänden seiner Autobiografie („Von Stampa nach Paris“ und „Von Florenz nach Zürich“) seine künstlerische Entwicklung, seine Arbeiten und sein ästhetisches Credo ausführlich niedergeschrieben. Ausserdem hat er in den letzten beiden Lebensjahrzehnten auch in Vorträgen und Reden – unter anderem als Mitglied und späterer Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission – zur aktuellen Kunstentwicklung, zur Arbeit von zeitgenössischen Künstlerkollegen und zum eigenen Kunstverständnis Auskunft gegeben. Einige dieser Schriften, darunter verschiedene hand- und maschinenschriftliche Fassungen der Autobiografie, finden sich ebenfalls im vorliegenden Nachlass und dokumentieren Leben und Werk ausführlich.

Signatur

SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 13

Konzeption und Durchführung

Michael Schmid, lic. phil., Einführungstext und Auswahl Dokumente

Kontakt

Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
kunstarchiv@sik-isea.ch


Publiziert am 8.10.2008