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Nachlass Charles Montag

Der handschriftliche Nachlass des Malers und Kunstvermittlers Charles Montag (1880–1956) umfasst eine grosse Anzahl an Dokumenten zur Organisation von Ausstellungen sowie persönliche Fotos und Korrespondenz mit Familie und Sammlern. Der Bestand wird SIK-ISEA Anfang der 1980er Jahre geschenkt.

Porträtfotografie von Charles (Carl) Montag, undatiert (Fotograf/-in unbekannt)

Brief von Charles (Carl) Montag an Richard Bühler, 12. Dezember 1917

Brief des Galeriesten Durand-Ruel an Charles (Carl) Montag, 30. Oktober 1917

Brief von Hedy Hahnloser an Charles (Carl) Montag, 30. Januar 1914

Brief von Jenny Brown an Charles (Carl) Montag, 24. Februar 1909

Brief von Charles (Carl) Montag an die Kunstgesellschaft Zürich, Wilhelm Wartmann, 13. Juli 1917

Brief von Jenny Brown an Charles (Carl) Montag, 19. November 1908

Der in Winterthur geborene Charles Montag (1880–1956) zog mit dem Wunsch, Maler zu werden, bereits in jungen Jahren nach Paris, wo er sich 1903 am Salon des Indépendents und am Salon d’Automne beteiligte. Über seine Ausstellungstätigkeit kam er in Kontakt mit Künstlern der Nabis und der Fauves und begegnete seinen späteren Freunden Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Pierre Bonnard und Paul Cézanne. Obwohl seine Malerei Anklang fand, wandte er sich gegen Ende der 1910er-Jahren fast ausschliesslich der Kunstvermittlung zu: Er organisierte in der Schweiz Ausstellungen französischer Kunst und empfahl Werke seiner französischen Freunde an bekannte Schweizer Sammler wie Emil Bührle, Jenny Brown oder Hedy Hahnloser. So ist die Vielfalt an bedeutenden impressionistischen und postimpressionistischen Werken in Schweizer Sammlungen oftmals auf die Vermittlungstätigkeit von Charles Montag zurückzuführen.

Der handschriftliche Nachlass von Charles Montag, der in den 1980er-Jahren durch eine Schenkung seiner Tochter Claire Montag ins Archiv von SIK-ISEA gelangte, umfasst eine grosse Anzahl an Dokumenten zur Organisation von Ausstellungen sowie persönliche Fotos und Korrespondenz mit Familie und Sammlern. Eine Besonderheit des Nachlasses bilden die Kopierbücher, in welchen ein beachtlicher Teil von Montags eigenen Briefen an Sammler und Galeristen enthalten ist. Sie ermöglichen es, einen Einblick in die Preisentwicklung der französischen Kunst zwischen 1920–1956 zu erhalten und zeigen überdies, wie Charles Montag stets darum bemüht war, Sammler von der Qualität der angebotenen Werke zu überzeugen. Der vorhandene Briefwechsel gibt ausserdem Aufschluss darüber, wie Sammler ihre Schwerpunkte gesetzt haben und mit welchen Werken sie sich ausgiebig beschäftigt haben.

In den 1920er-Jahren wollte Winston Churchill seine Malkünste verbessern und fand in Charles Montag seinen Lehrer. Im Nachlass befinden sich deshalb auch zwei Fotobände sowie verschiedene Briefe, welche die langjährige Freundschaft dokumentieren.

Signatur

SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 25

Konzeption und Durchführung

Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Deborah Favre, Mitarbeiterin Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente

Kontakt

Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
kunstarchiv@sik-isea.ch

 

Publiziert am 12.2.2010