Spezialsammlungen

Bibliothek Prof. Eduard Hüttinger / Schenkung Annette Bühler

Mit der Studienbibliothek des einstigen Berner Ordinarius Eduard Hüttinger besitzt die Bibliothek von SIK-ISEA eine einmalige Sammlung zur europäischen Kunst und Kunstgeschichte.

Prof. Dr. Eduard Hüttinger (1926–1998) hat im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit eine bedeutende Privatbibliothek angelegt, die am Ende seines Lebens rund 25’000 Bände umfasste. Neben Hüttingers Spezialgebiet, der Kunst und Kultur Venedigs, enthält die Bibliothek umfangreiche Bestände zur italienischen Kunstgeschichte von der Renaissance bis zur Moderne, zur niederländischen Malerei, zur kunsthistorischen Disziplinengeschichte sowie zur allgemeinen europäischen Kunstgeschichte der Neuzeit und der Moderne. Weitere Themenbereiche bilden die Abteilungen germanistischer, philosophischer und geschichtswissenschaftlicher Literatur.

Eduard Hüttinger in Venedig, Mitte der 1960er Jahre (Fotograf unbekannt)

Eduard Hüttinger, Miró, Bern: Scherz, 1957

Eduard Hüttinger, Venezianische Malerei, Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1959

Autorenporträt Hüttinger, aus: Büchergilde. Monatsschrift der Büchergilde Gutenberg, Zürich, April 1959, Heft 4, S. 84

Eduard Hüttinger, Giacomo Manzù, Amriswil: Bodensee-Verlag, 1956

Ansprache von Eduard Hüttinger im Kunstmuseum Bern anlässlich des 50. Jubiläums der Freunde des Kunstmuseums Bern, 1970 (Fotograf unbekannt)

Eduard Hüttinger, Max Bill, Zürich: ABC-Verlag, 1977

Eduard Hüttinger im Musée Antoine Wiertz, Brüssel, 1977 (Foto: Tapan Bhattacharya)

Künstlerhäuser: von der Renaissance bis zur Gegenwart, hrsg. v. E. Hüttinger und dem Kunsthistorischen Seminar der Universität Bern, in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich: Waser, 1985

Franz Larese, Piero Dorazio und Eduard Hüttinger in der Erker-Galerie, St. Gallen, 1991 (Fotograf unbekannt)

Eduard Hüttinger, Porträts und Profile: Zur Geschichte der Kunstgeschichte, St. Gallen: Erker, 1992

Eduard Hüttinger, Licht und Farbe: Zur Kunstgeschichte Italiens, Zürich: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, 2001

Eduard Hüttinger studierte 1946–1952 Kunstgeschichte an der Universität Zürich bei Gotthard Jedlicka, wo er 1952 mit einer Studie zu Tintorettos Bilderzyklen in der Scuola di San Rocco in Venedig dissertierte. 1955–1965 war er Konservator und Ausstellungskommissär am Kunsthaus Zürich. Nach seiner Habilitation 1963 über den Barock-Bildhauer Francesco Pianta amtete er zudem 1963–1966 als Privatdozent und Assistenzprofessor an der Universität Zürich. Ab 1966 war Hüttinger ausserordentlicher, ab 1967 ordentlicher Professor für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg; 1969 folgte er einem Ruf an die Universität Bern, wo er bis zu seiner Emeritierung 1991 als Ordinarius für Kunstgeschichte der Neuzeit und Vorsteher des Kunsthistorischen Seminars tätig war. 1963–1982 war Hüttinger Mitglied der Publikationskommission des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft, 1982–1992 Mitglied des Stiftungsausschusses. 1970–1981 engagierte er sich als Mitglied des Stiftungsrates von Pro Helvetia, 1970–1991 als Mitglied der Berner Museumskommission.

Ein umfassendes Publikationsverzeichnis von Eduard Hüttinger findet sich in: Eduard Hüttinger, Porträts und Profile. Zur Geschichte der Kunstgeschichte, St. Gallen: Erker, 1992, S. 363–379, sowie in: Eduard Hüttinger, Licht und Farbe. Zur Kunstgeschichte Italiens, hrsg. v. Juerg Albrecht und Regula Krähenbühl, Zürich: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft; Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2001, S. 481–482 (Nachtrag).

Nach dem Tod Eduard Hüttingers gelangte 1999 ein Grossteil der Bibliothek dank der Schenkung durch Frau Annette Bühler an das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA). Nach einer umfassenden Rekatalogisierung und Bestandesbereinigung, ermöglicht durch Frau Annette Bühler, ist die Bibliothek Prof. Eduard Hüttinger / Schenkung Annette Bühler seit 2019 im NEBIS-Katalog erschlossen und kann über einen Deeplink virtuell zusammengeführt werden. Zu Dokumentationszwecken ist der Originalbestand von Eduard Hüttingers Studienbibliothek weiterhin über eine interne Datenbankanwendung recherchierbar. Dank der grosszügigen Unterstützung von Frau Bühler kann die Bibliothek Hüttinger fortlaufend mit aktueller Literatur erweitert werden und zählt gegenwärtig (Februar 2020) einen Bestand von 11’200 Bänden.

Der Gesamtbestand ist in einem externen Depot untergebracht und kann über den NEBIS-Katalog bestellt werden.