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«Panoptikum der Perversität». Kokoschka und die Ausstellung «Entartete Kunst» im Kontext

Vortrag von Dr. phil. Bernadette Reinhold, Oskar Kokoschka-Zentrum, Universität für angewandte Kunst Wien

Wann: 7. Februar 2019, 18.30–19.30 Uhr, anschliessend Aperitif

Wo: SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32 (Nähe Kreuzplatz), CH-8032 Zürich


Die Teilnahme ist kostenlos. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Die Platzzahl ist beschränkt.
Emil Korner, Oskar Kokoschka vor dem Gemälde «Anschluss – Alice in Wonderland», 1942–1943, Fotografie, © Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar Kokoschka-Zentrum, Inv.Nr. OKB/AD/7/FP
«Toller Erfolg! Die Ausstellung ‹Entartete Kunst› hatte zwei Millionen Besucher. Noch nie waren zwei Millionen vor meinen Bildern gestanden.» Auf die 1937 in München eröffnete NS-Propagandaschau angesprochen, war Oskar Kokoschka nie um einen zynischen Kommentar verlegen. Damals wurden seine Werke nicht nur aus privaten Sammlungen beschlagnahmt, sondern zu Hunderten aus deutschen Museen entfernt – einige verwertete man devisenbringend in Schweizer Auktionen, manche aber sind bis heute verschollen oder Gegenstand der Provenienzforschung. Wenig bekannt ist, dass Kokoschka die Wurzeln der Diffamierung nicht in Deutschland, sondern in Wien sah, wo er künstlerisch gross geworden war. Von Anfang an stand er im Kreuzfeuer der (ultra-)konservativen Moderne-Kritik, die früh ins nationalsozialistische Fahrwasser geraten war: Eine Messerattacke auf ein Kokoschka-Bild 1924 in Wien gab hierfür den Anlass.
Der Vortrag, der anlässlich der Kokoschka-Retrospektive im Kunsthaus Zürich bei SIK-ISEA stattfindet, spannt den Bogen von den frühen Anfeindungen und politischen Instrumentalisierungen bis hin zur Verfolgung als «entarteter» und antifaschistisch engagierter Künstler, die seine Rezeption bis heute prägen.

Im Anschluss an den Vortrag diskutieren Bernadette Reinhold, Aglaja Kempf (Kuratorin Fondation Oskar Kokoschka, Vevey) und Cathérine Hug (Kuratorin Kunsthaus Zürich).