Forschungsprojekte

«Mein eigenes Porträt in Tempera». Mal- und materialtechnische Aspekte bei Ottilie W. Roederstein

Leitung
Karoline Beltinger, Stéphanie Vuillemenot
Team
Nadim Scherrer, Alessandra Vichi, Karin Wyss
Partner
Freya Krotz, Chemnitz
Laufzeit
2026–2028

Die maltechnische Entwicklung und die Materialwahl der zu ihrer Zeit sehr erfolgreichen Porträtistin Ottilie W. Roederstein (1859–1937) haben für ihre Generation von Kunstschaffenden etwas Exemplarisches. Aus Dokumenten in ihrem Nachlass geht hervor, dass sie neben Öl- auch die damals zunehmend beliebter werdenden Temperafarben einsetzte und dabei zwischen «reiner Tempera», «Tempera mit Firnisfarben» und der ab 1907 im Handel erhältlichen «Weimar-Tempera» unterschied.

Das kunsttechnologische Forschungsprojekt wird in enger Zusammenarbeit mit den Autor:innen des Werkverzeichnisses Roedersteins durchgeführt. Abgesehen von mal- und materialtechnischen Aspekten werden auch die Möglichkeiten einer Unterscheidung zwischen Erstfassungen und Repliken untersucht und Fragen nach dem Erhaltungszustand einzelner Bilder bearbeitet.

Die Forschungen werden in einen Aufsatz münden, der im Rahmen des Werkverzeichnisses publiziert und online kostenlos zugänglich sein wird. Zugleich werden die Ergebnisse laufend mit den Werkkatalogautor:innen geteilt und fliessen in die Werkangaben und -kommentare ein.

Porträt des Ausserrhoder Landammanns Johann Jakob Sturzenegger von Reute, 1886, Öl auf Leinwand. Dieses Bild schuf Roederstein in drei Fassungen.

IRR-Aufnahmen der drei Köpfe. Welche ist die Erstfassung, und welche sind deren Repliken?

Kartierungen der Unterzeichnungen. Im grauen Rechteck sind die Kartierungen überlagert.

Selbstporträt mit roter Mütze,1894, «einfache Tempera» auf Leinwand. Die Oberfläche lässt einen fein gestrichelten Farbauftrag erkennen.

Die Schwestern, 1900, «Tempera mit Firnisfarben» auf Malkarton. Roederstein trug auf einer grauen Untermalung zahlreiche Lasuren auf.

Jünglingskopf mit Pelzmütze, 1904, Ölfarben auf Leinwand. Links: im Auflicht. Rechts: unter UV-Bestrahlung.

Porträt Paul Usteri, 1921, «Weimar-Tempera» auf Leinwand. Unten links: Broschüre und sechs Tuben «Weimar-Tempera». Diese Farbensorte verschwand Anfang der 1940er-Jahre aus dem Handel.

Das Projekt wird unterstützt von:

  • Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden
  • Dr. Fred Styger Stiftung, Herisau