Virtuelle Vitrine

Nachlass Fritz Pauli

Ende der 1980er Jahre erhält SIK-ISEA den schriftlichen Nachlass des Malers und Zeichners Fritz Pauli (1891–1968). Von besonderer Bedeutung ist die rege Korrespondenz Paulis mit Familienangehörigen, Freunden, Sammlern und Auftraggebern.

Porträtfotografie von Fritz Pauli, um 1945, (Fotograf/-in unbekannt)

Brief von Ernst Ludwig Kirchner an Fritz Pauli, 14. April 1926

Brief von Ernst Ludwig Kirchner an Fritz Pauli, 24. Juli 1926

Brief von Robert Schürch an Fritz Pauli, 10. August 1929

Brief der Zürcher Kunstgesellschaft an Fritz Pauli, 9. Januar 1934

Brief von Fritz Pauli an Elsi Meyerhofer [Pauli], 16. November 1941

Brief von Fritz Pauli an Walter Kern, 27. Mai 1961

Der in Bern aufgewachsene Künstler Fritz Pauli (1891–1968) erregt bereits früh Aufmerksamkeit mit seiner Radierkunst. Der Maler Albert Welti kauft seine ersten Werke und vermittelt Pauli ein Studium bei Peter Halm in München. Anfang der 1910er-Jahre erhält Pauli erste nationale und internationale Auszeichnungen. Enge Kontakte mit Künstlerfreunden wie Johannes Robert Schürch und Ignaz Epper, aber auch Reisen nach Frankreich und Nordafrika und längere Aufenthalte bei Ernst Ludwig Kirchner in Davos prägen nach Kriegsausbruch Paulis Leben, bis er sich in den 1930er-Jahren im Tessin niederlässt. Nach der Heirat mit der Textilkünstlerin Jenny Bruppacher beginnt er sich Anfang der 1920er-Jahre mit Malerei zu beschäftigen und zeigt seine Arbeiten in vielen Ausstellungen im In- und Ausland, insbesondere an der Biennale di Venezia (1948). Von grosser Anerkennung zeugen überdies zahlreiche öffentliche Aufträge wie die Ausmalung der Kapelle im Bürgerspital von Zug (1936), die Fresken im Antonierhaus (1939–1945) und die Wandmalereien im gotischen Rathaussaal (1953–1956), beide in Bern.

Der schriftliche Nachlass Fritz Paulis, der 1987 durch die Erbengemeinschaft dem Archiv von SIK-ISEA geschenkt wurde, umfasst eine rege Korrespondenz während der gesamten Lebenszeit. Der Briefwechsel spiegelt zum einen den Austausch mit den Eltern, mit der ersten Frau, Jenny Bruppacher, und mit der zweiten Frau, Elsi Meyerhofer, ausserdem mit Freunden, Sammlern und Auftraggebern. Einblick in ästhetische Fragestellungen bietet überdies die Korrespondenz mit den Künstlern Albert Welti, Ignaz Epper und Johannes Robert Schürch, aber auch mit dem Schriftsteller Jakob Bührer oder dem Kritiker Walter Kern. Die inneren Kämpfe, die Pauli mit sich focht, schlagen sich auch in Briefen an Sammler und Auftraggeber nieder, insbesondere an den Zürcher Kunstsammler Kurt Sponagel.

Signatur

SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 48

Konzeption und Durchführung

Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Michelle Mathys, Mitarbeiterin Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente

Kontakt

Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
kunstarchiv@sik-isea.ch


Publiziert am 25.6.2010