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Nachlass Hugo Siegwart

Der Teilnachlass des Luzerner Bildhauers Hugo Siegwart (1865–1938) umfasst neben Ausstellungsdokumenten vor allem Korrespondenz mit seiner Familie und mit befreundeten Künstlern wie Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti. Die Schenkung aus Familienbesitz an SIK-ISEA erfolgt Mitte der 1960er Jahre.

Porträtfotografie von Hugo Siegwart, undatiert, (Fotograf/-in unbekannt)

Brief von Hugo Siegwart an Caroline Siegwart, 27. April 1886

Brief von Rober Zünd an Hugo Siegwart, 20. September 1889

Brief der Direktion der Eidgenössischen Bauten an Hugo Siegwart, 27. Oktober 1899

Brief von Max Buri an Hugo Siegwart, 1. März 1900

Brief von Hugo Siegwart an Elise Siegwart-Felber, 28. Mai 1904

Postkarte von Ferdinand Hodler an Hugo Siegwart, 27. Juni 1905

Hugo Siegwart (1865–1938) wächst in Luzern auf und besucht 1880–84 die städtische Kunstgewerbeschule, die er jedoch vorzeitig abbricht. Anschliessend beginnt er bei Giovanni Bianchi in Chur eine Lehre als Grabsteinhauer, die er ebenfalls nach kurzer Zeit beendet. 1885 siedelt Siegwart nach München über, um sich an der Akademie der Bildenden Künste zu immatrikulieren. Schon 1886 zieht er weiter nach Paris und studiert während sechs Jahren an der École des Beaux-Arts bei Alexandre Falguière. Falguière bleibt Siegwart mit seiner naturalistischen Darstellung der Objekte auch nach Beendigung der Ausbildung stetes Vorbild. 1892 kehrt Siegwart nach Luzern zurück und eröffnet ein eigenes Bildhaueratelier. Um die Jahrhundertwende verwirklicht er einige Grossaufträge wie etwa das Pestalozzidenkmal in Zürich (1898), die Statuen von Niklaus von Flüe und Arnold Winkelried für die Kuppelhalle des Bundeshaues in Bern (beide 1902), die Schwingergruppe in Luzern (1905) oder das Albrecht-von-Haller-Denkmal vor der Universität Bern (1906). Von 1903 bis 1918 wohnt Siegwart mit seiner Familie in München, wo er auch Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft wird. Anschliessend arbeitet er wieder in Luzern.

Der Nachlass Hugo Siegwarts gelangt Mitte der 1960er-Jahre von einer Enkelin Siegwarts als Schenkung an SIK-ISEA. Der Bestand umfasst hauptsächlich Schriftstücke, insbesondere Briefe und Postkarten, die den Austausch zwischen Siegwart und den Familienmitgliedern – seiner Mutter Caroline Siegwart, seiner Frau Elise Siegwart-Felber oder seinen Kindern Hugo und Lina – bezeugen. Siegwart pflegt zeitlebens regelmässigen Kontakt mit verschiedenen Künstlern: Dies dokumentieren unter anderem Briefe von Giovanni Giacometti, Cuno Amiet und Ferdinand Hodler. Zu vielen Werken Siegwarts sind Briefe, Verträge sowie offizielle Einladungskarten erhalten, die über Werkgenese und -rezeption Auskunft geben.

Neben der Kunst begeistert sich Siegwart für Jagd, Schwingsport, Hundezucht und Fischerei. Diverse Dokumentarfotografien und Schriftstücke belegen diese Interessensgebiete und lassen Rückschlüsse auf motivische Vorlieben in Siegwarts bildplastischer Arbeit zu.

Signatur

SIK-ISEA, Schweizerisches Kunstarchiv, HNA 12

Konzeption und Durchführung

Michael Schmid, lic. phil., Projektleitung
Sandra Berger, M.A. Mitarbeiterin Schweizerisches Kunstarchiv, Einführungstext und Auswahl Dokumente

Kontakt

Schweizerisches Kunstarchiv
T +41 44 388 51 04
kunstarchiv@sik-isea.ch


Publiziert am 17.12.2010